Bündnis familienfreudiger Landkreis Kronach

Steuerungsgruppe_2012Wir von KRONACH Creativ e.V. haben uns auf die Fahne geschrieben, durch Eigeninitiative mitzuhelfen, die Region zukunftsfähig zu gestalten. Angesichts der demografischen Entwicklungen wollen wir mit unserem Engagement für Familien und Gemeindefamilien ein wichtiges Signal setzen und zukunftsweisende Veränderungen vor Ort anstoßen.

Im Mai 2007 haben wir uns darum als Koordinator und Träger des neu gegründeten Lokalen Bündnisses für Familie im Landkreis zur Verfügung gestellt. Mittlerweile haben sich mehr als 140 Personen den Zielen des Bündnisses angeschlossen. Das Kronacher Familienbündnis ist eines der wenigen Landkreisbündnisse im Verbund der derzeit ca. 640 Lokalen Bündnisse für Familie im gesamten Bundesgebiet.

Wir sind ein offener Zusammenschluss interessierter Personen aus allen Sparten des öffentlichen Lebens. Eine Steuerungsgruppe aus derzeit 10 Mitgliedern regelt die Belange über das Jahr in monatlichen Treffen. Im Plenum treffen wir uns einmal jährlich, um über die Fortentwicklung gemeinsam zu beraten. Die Bündnispartner/innen selbst bringen das Themenfeld „Familie“ je eigenständig in ihre Lebens- und Arbeitsbereiche ein.

Die Ziele

Wir wollen…

  • die Attraktivität des Landkreises als „Familienland“ erhöhen und einen bewussten Wandlungsprozess in der Breite zu mehr und bewusster „Familienfreudigkeit“ in Gang setzen. In der Freude an Familie und Gemeinschaft sehen wir den Motor für unsere Aktivitäten. Seit 2010 begleiten wir Gemeinden auf ihrem Weg zu „Familienfreudigen Gemeinden“.
  • neue Lösungen für die Familien und Gemeinschaften in unseren Städten und Gemeinden vorantreiben. Im Vordergrund steht für uns die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Im Rahmen der Zuarbeit zum Oberfränkischen Familienportal (www.Familienland-Oberfranken.de) haben wir Vor-Ort-Gruppen angeregt, die sich aktiv mit der Befüllung des Portals auseinandersetzen und auf diese Weise ihre „familienfreudigen Schätze“ heben, aber auch die Schwachpunkte sehen, an denen Veränderung ansetzen muss.
  • eine Plattform für Ideenaustausch und Weiterentwicklung sein. Wir bauen dabei auf die breite Streuung unserer Bündnispartner/innen: In der Vernetzung der verschiedenen Sehweisen steckt unser Potential für neue Ansätze und Veränderungen auf allen Ebenen.

 

Die Aktion

Logo_Buendnis_Familie_Kronach_cmyk_500pxUnser jährliches Bündnisplenum fand

am Donnerstag, den 05.03.2015 im Sitzungssaal des Landratsamtes Kronach statt.

80 Bündnispartner/innen und interessierte Bürger/innen konnten mit Fachkräften aus anderen Regionen in Erfahrungsaustausch treten – um das eigene Denken zu bereichern und insbesondere auch um zu prüfen, ob vorhandene Erfahrungen für unsere Fragen und Vorhaben hilfreich sind. Die Workshops bearbeiteten folgende Themen:
Professioneller Umgang mit Schrumpfung und Leerstand
Erfahrungen und Best Practice der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Wiesbaden
Leitung: Dr. Frank Burlein, DSK Erfurt
Bürgerschaftliches Engagement initiieren, wertschätzen, vermitteln
Erfahrungen aus der Arbeit eines Freiwilligenzentrums
Leitung: Simone Famulla, Leiterin der CariThek Bamberg, Caritas
Alt werden zu Hause
Ein Beispiel für interkommunale Seniorenarbeit
Leitung: Waltraud Lobenhofer, Geschäftsführerin AOVE GmbH

Das Treffen bot darüber hinaus Zeit für persönlichen, kollegialen und inhaltlichen Austausch rund um unsere „Familienfreudigkeit im Landkreis“, quer durch und im Verbund aller Sparten öffentlichen Lebens.

Pressebericht:

Wir setzen auf Bürger/innen-Engagement

Die Jahresversammlung des Bündnis Familienfreudiger Landkreis Kronach war mit 80 teilnehmenden Führungskräften und Engagierten aus allen Bereichen öffentlichen Lebens ein voller Erfolg. Drei kompetente Referent/innen waren geladen und boten mit ihren Best Practices hervorragende neue Ansätze und Ideen für derzeit in den Kommunen und Organisationen anstehende Fragen.

„Das Bündnis Familie soll im Landkreis eine Erfolgsgeschichte werden”, so Stellv. Landrat Gerhard Wunder. „Wir bestimmen als engagierte Kräfte, wohin wir wollen, wie wir ansetzen. Das Bündnis ist eine hervorragende Plattform für Austausch, Vernetzung, Kooperation und Innovation im gesellschaftlichen Bereich. Und auch die Wirtschaft hat an einem stimmigen Zusammenspiel dieser Kräfte Interesse.”

Für KRONACH Creativ, Träger des Bündnisses, formulierte Rainer Kober: „Wir setzen auf Bürgerengagement. Was in den Familien selbstverständlich ist an Verantwortungsübernahme und Bereitschaft sich einzubringen, das lässt sich 1:1 auf die Gemeinden übertragen. Die ‚Gemeindefamilie‘ hilft sich selbst, steht füreinander ein, übernimmt eigeninitiativ und selbstmotiviert die anstehenden Aufgaben. Jede und jeder kann direkt aktiv werden, mit den eigenen Talenten, Interessen und Neigungen für sich selbst und das Gemeinwohl.”

In den drei Workshops wurden die neuen Ideen und Ansätze interessiert aufgenommen und engagiert diskutiert.

Die Referent/innen fassten die Ergebnisse wie folgt zusammen:

„Professioneller Umgang mit Leerstand und Schrumpfung” mit Dr. Frank Burlein (DSK, Wiesbaden):

„Es ist bei Ihnen an der Zeit, den Übergang von planenden zu investiven Maßnahmen zu vollziehen. Anhand von kraftvollen Einzelmaßnahmen lassen sich langfristiges Interesse und wirtschaftliche Begehrlichkeiten wecken. In der Diskussion ist viel gutes Denken spürbar gewesen, sie wissen um Ihre Chancen und haben das Gefühl, Dinge selbst verändern zu können. Beginnen Sie mit einzelnen erfolgreichen Um- und Rückbauprojekten, das ist der nächste Schritt.”

Bürgerschaftliches Engagement initiieren, wertschätzen, vermitteln: Erfahrungen aus der Arbeit eines Freiwilligenzentrums” mit Simone Famulla (CariThek Bamberg):

„Ca. 36% der Bevölkerung sind ehrenamtlich engagiert. Nochmals der gleiche Prozentsatz wäre möglich darüber hinaus für bürgerschaftliches Engagement zu interessieren. Dafür braucht es eine offene Haltung, die Bereitschaft neue Formen von Ehrenamt zu denken und zu fördern und eine positive Einstellung zu kreativen Ideen und Menschen. Haben Sie den Mut, Menschen zu beteiligen, aber auch sich selbst beteiligen zu lassen, wenn diese Menschen andere Wege gehen, als Sie denken. Um in diesem Thema wirklich erfolgreich zu sein, braucht es eine koordinierende Stelle, als Netzwerker und Schnittstelle, um Interessierte, Themen und Organisationen zusammen zu führen.”

„Betreutes Wohnen zu Hause: Erfolgreiche Logistik für Flächenlandkreise” mit Waltraud Lobenhofer (AOVE, Amberg-Sulzbach):

„Wir arbeiten im Verbund von 9 Kommunen. Die Finanzierung ist langfristig über Bürgerumlagen in den Gemeinden und nach Auslaufen des Modellprojekts über 3 Energie-Projekte, mit denen langfristig Gewinne erzielt werden abgesichert. Wir arbeiten selbstverständlich mit allen Organisationen, Institutionen, Verwaltungen zusammen und haben es geschafft, zunächst bei uns vorhandenes Konkurrenzdenken zu überwinden. Bürgerschaftliches Ehrenamt ist bei uns integriert und gewollt. Alt werden zu Hause ist ein Zukunftsthema der Landkreise. Es lässt sich schultern über gemeinsame Kooperation und Koordination.”

„Die behandelten Themen stehen nicht für sich sondern spielen immer ineinander”, so Claudia Ringhoff (Demografie Pilotregion Oberfranken). Sie lud zum Abschluss des Plenums die Workshops zum Synergie-Denken ein: Was haben die Themen miteinander zu tun? Wie befruchten sich die verschiedenen Bereiche?

Der Weg, wie mit Leerstand und Schrumpfung umgegangen werden soll, führt nach Rainer Kober (Kronach creativ) in Richtung niveauvollen Wohnraums für alle Altersgruppen aber auch Gäste. Hier darf noch stärker über Kommunengrenzen hinaus gedacht werden. Bürgerliches Engagement meint dabei auch Privatinvestitionen, Beteiligungsansätze und Bauherrengemeinschaften.

„Bürgerschaftliches Engagement braucht man überall, bei der Seniorenbetreuung und – versorgung und genauso denkbar auch im Thema Leerstand.”, ergänzte Sabine Wank (Demografie Pilotregion Oberfranken, KEB und Steuerungsgruppe). „Jugendliche können Leerstände herrichten und nutzen, die Gemeinde kauft, das Ehrenamt gestaltet.” Kommunen langfristig in Angeboten und Wohnbedingungen „gesund zu schrumpfen” ist für Sabine Wank ein hilfreicher Denkansatz.

Aus Sicht der für die Zukunft anstehenden Betreuungs- und Pflegeaufgaben rundete Roland Beierwaltes (BRK) das Bild ab: „Das Thema ‚Älter werden‘ ist ein echter Anlass, die Leerstandsproblematik vor Ort in Angriff zu nehmen. Raumnutzung und –umwidmung sind Gelegenheiten, Menschen auf neue Art in der Kommune zusammen zu führen – im Wohnen, im Sich-Begegnen. Vom AOVE-Konzept können wir mitnehmen, wie Finanzierung elegant angelegt und langfristig geplant werden kann. Bürgerschaftliches Engagement sollte in Zukunft auch projektbezogen gedacht werden. Dabei darf dem Ehrenamt nicht nur immer mehr aufgeschultert werden. Hier braucht es ein strukturiertes, koordinierendes Herangehen.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem ausgezeichneten Catering der Schülerfirma der RS 1 unter Leitung von Jutta Dietzl. Bei Kuchen und Häppchen wurden die Pausen intensiv für Kennenlernen, Vernetzung und weitergehende Diskussionen genutzt.

Insgesamt eine wertige Veranstaltung urteilten die Plenumsteilnehmer/innen zum Abschluss einstimmig: Jede und jeder könne wichtiges für den eigenen Zuständigkeits- und Wirkungsbereich mitnehmen.

Ebenfalls einstimmig wurde die neue Steuerungsgruppe für das kommende Bündnisjahr offiziell eingesetzt.

Das Bündnis Familienfreudiger Landkreis Kronach ist ein landkreisweiter Zusammenschluss von derzeit 145 Fach- und Führungskräften sowie Engagierten und Interessierten aus Vereinen und Verbänden, Parteien, Organisationen, Institutionen, Unternehmen und Verwaltungen. Jede/r ist herzlich eingeladen mitzutun.

Kontakt: KRONACH Creativ, Klosterstr. 13, 96317 Kronach; 09261-6263-0; info@kronachcreativ.de